07.11.2012 10:35

Die Diagnose

Mein Erfahrungsbericht über den Schock beim Arzt und die ersten Anzeichen von chronischem Nierenversagen.

Der Tag, der alles veränderte

Im November 2012 ging ich zu einer Routineuntersuchung (Check-up 35) zum Arzt. Ich hatte eigentlich keinerlei Beschwerden, außer leichten Kopfschmerzen, die ich einfach auf den alltäglichen Stress schob.

Doch beim Messen der Vitalwerte kam die Überraschung: Mein Blutdruck lag bei einem Wert von 200 mmHg. Meine Hausärztin ließ sofort meine Blutwerte bestimmen und stellte fest, dass eine schwere Nierenerkrankung vorlag. Sie überwies mich umgehend an eine Fachärztin für Nephrologie.

Gemeinsam mit meinem Lebenspartner fuhr ich zu dieser wichtigen Untersuchung. Die Nachricht der Nephrologin traf uns wie ein Schlag: Sie äußerte unmissverständlich, dass ich schwer krank sei und meinen Beruf nicht mehr ausüben könne.


Schock, Angst und Zusammenhalt

Für mich und meinen Partner war das ein immenser Schock. Ich konnte das Ausmaß der Diagnose überhaupt noch nicht begreifen und hatte einfach nur große Angst vor einem frühen Sterben. Ich brach in Tränen aus.

Es dauerte mehrere Tage, um all diese lebensverändernden Informationen zu verarbeiten. Wir fühlten uns völlig hilflos. Doch mein Partner tröstete mich, gab mir Hoffnung und Zuversicht, dass sich trotzdem alles zum Guten wenden würde. Das gab mir Kraft.

Nach dieser unschönen Prognose brauchten wir erst einmal Ruhe. Wir suchten ein Café auf, um etwas „runterzukommen“, und gingen danach im Grünen spazieren. Das tat gut, aber das Abschalten fiel unheimlich schwer. Zuhause kamen mir immer wieder die Tränen. Da wir erst seit ein paar Monaten zusammen waren, hatte ich panische Angst, dass er mich wegen der Krankheit verlassen würde. Doch meine Sorge war unbegründet – er blieb fest an meiner Seite.


Die Nierenbiopsie und die Ursachensuche

Als Nächstes stand der Termin zur Nierenbiopsie an. Diese Gewebeprobe sollte Gewissheit bringen. Das Ergebnis war traurig und schmerzhaft: Der Facharzt erklärte mir, dass meine Nieren bereits zu ca. 75–80 % vernarbt waren. Nur noch die restlichen 20–25 % verrichteten ihre Arbeit. Die chronische Niereninsuffizienz war damit traurige Gewissheit.

Als Ursache vermutete der Arzt entweder einen unentdeckten Bluthochdruck über längere Zeit oder eine zurückliegende Nierenentzündung.


Der Kampf gegen die verfrühte Dialyse

Nach der Gewebeentnahme ging ich zurück zu der ersten Nephrologin. Der menschliche Umgang mit Patienten war dort jedoch sehr schwierig. Nach ihrer Meinung sollte ich umgehend mit der Dialyse starten. Davon wollte ich zu diesem Zeitpunkt aber absolut nichts wissen – mir war ein Leben ohne Dialyse so lange wie möglich wichtig.

Deshalb wechselte ich den Arzt. Durch die hervorragende Herangehensweise meines neuen Nephrologen konnten wir den Start der Dialyse um fast 2 Jahre hinauszögern. In diesem neuen Dialysezentrum fühlte ich mich endlich gut behandelt und sicher aufgehoben.



INFORMATIONEN ZUR NIERENSPENDE

[In der Blog-Übersicht wird hier ein Weiterlesen-Link angezeigt]